Die Abenteuer eines bekennenden Konsaliklesers

August 3, 2007

Verliebte Abenteuer

Gespeichert unter: Rezensionen — Lanu @ 4:06

Gönnen Sie sich diesen heiteren Roman für ihren Urlaub – so in etwa steht es auf der Rückseite zu lesen. Konsalik wäre aber nicht Konsalik wenn zu der heiteren Note nicht noch auf dem letzten Drittel die dramatische See und eine Lungenentzündung hinzukommen würde, man könnte ja meinen dass die bis dahin alles andere als stringente Handlung nicht ausreichen würde…
Fangen wir also damit an, dass das Ganze in Schottland spielt. Der reiche Adlige und Dichter Lord Ashborne ist in die Operndiva Loretta verliebt. Dummerweise sie aber nicht in ihm. Was ist da also zu tun? Nun, zufälligerweise sucht die Operndiva einen Kutscher und einen Gärtner – Paraderollen für Ashborne und seinen Diener Percy, die so der Liebe ihres Lebens näherkommen. Bei Percy ist das übrigens die Tochter des Butlers. Nur: Loretta weiß schon vom ersten Tag an wer der vermeintliche Kutscher Flip ist und so ist das Ganze Versteckspiel eigentlich nicht von Nöten. Doch Loretta amüsiert es zunächst, dann verliebt sie sich in den Lord. Währenddessen allerdings sorgt dessen plötzliches Verschwinden für Unruhe in der adligen Verwandschaft – nicht, dass dieser Flip den Lord am Ende noch auf dem Gewissen hat? Wie das Ganze endet ist natürlich klar, trotz der dramatischen Einlage gegen Schluss heiter und unbesorgt und jeder kriegt was er verdient…

In der Tat ein heiterer, unglaubwürdiger Liebesroman, der seine Intrigen und zahlreichen Verwirrspielchen auf nichts als Luft und gute Laune baut – der Roman an sich könnte ein Gut erreichen, würde sich Konsalik nicht als Kommentator dauernd in die Handlung einmischen. Dieser Ich-Erzähler, der zugleich als allwissender Erzähler fungiert, ist in den ersten Einschüben noch recht amüsant, je mehr er sich aber einschaltet und seine Weisheiten vom Zaum lässt, desto ermüdender und langweiliger wird er. Das Spielen mit Klischees würde dann auf jeden Fall netter sein – Schotten sind im Roman natürlich per se geizig… So erreicht der Roman eine Drei plus und damit ein „Glauwürdigkeit ist natürlich was anderes, aber nett ist er allemale“.

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